Wie kam es eigentlich zum Müritzeum?

Erst Maltzaneum, dann Müritz-Museum und jetzt Müritzeum. Wie kam es eigentlich dazu?

Im Jahre 1866 gründete der Freiherr Hermann Friedrich Joachim von Maltzan das von Maltzan’sche Naturhistorische Museum für Mecklenburg in Waren. Carl Struck ein Lehrer der höheren Bürgerschule in Waren, wurde Konservator für das Naturhistorische Museum und hat durch harte Arbeit die Sammlungen bereichert und vermehrt. Dadurch, das sowohl Maltzan als auch Struck im Verein der Freunde der Naturgeschichte in Mecklenburg waren, konnten sie viele Unterstützer für Ihr Projekt finden. Nach einigen Jahren wurde durch die Unterstützung der Stadt Waren 1884 ein Museumsgebäude hinzugefügt. Durch den Verkauf des Gebäudes einige Jahre später, den Zweiten Weltkrieg und der Nachkriegszeit musste die bis dahin erworbene Sammlung sehr stark leiden. Man verteilte die Sammlung und brachte sie in Museen, Schulen und Schlössern unter. Doch leider war das nicht genug. Das Schloss Sophienhof in Waren wurde durch Brandstiftung zerstört und damit auch ein Großteil der Sammlung.

Carl Hainmüller leitete das Museum ab 1927 und hat großes für Maltzaneum geleistet. Er hat eine Fachbibliothek gebaut bis hin zu einer Erweiterung und Neuordnung der Insektensammlung. In Hainmüllers Zeit wurde das Amt des Museumsleiters auch nicht mehr ehrenamtlich voll richtet, sondern ab 1946 hauptamtlich. Hainmüller wurde von Karl Bartels 1948 abgelöst, der zunächst erst ehrenamtlich die Vogelsammlung betreut hatte.

1957 gab es dann die erste Namensänderung. Das Naturhistorische Museum und das Heimatmuseum wurde dann Müritz-Museum getauft. Nun veränderte sich auch der Fokus, man hat sich nicht nur auf das Sammeln konzentriert, sondern auch pflichtbewusste Aufgaben übernommen, wie zum Beispiel Bildungsaufgaben und man hat mehr Engagement im Naturschutz gezeigt. Es wurde also auch eine Umgestaltung vorgenommen durch zahlreich hinzugefügten Themengebieten. Durch diese ganzen Veränderungen bekam das Museum einen neuen Status und zwar es war nun ein Spezialmuseum für Landeskultur, Naturschutz und Umwelt.

1982 gab es sehr große Änderungen. Die neue Abteilung Müritz-Aquarium wurde eröffnet und durfte dort schon mit über 20 einheimischen Fischarten prahlen. Zu dieser Zeit, wurde das Inventar auch im Bereich ur- und frühgeschichtliche Sammlungen so groß, dass man anfing Sammeldatenbänke mit Hilfe von Computern zu erstellen.

2003 kam auch dann die erste Idee das Müritz-Museum als Naturerlebniszentrum aufzuziehen. Es wurde um ein innovatives Gebäude zu bauen, ein Wettbewerb für alle Architekturbüros veranstaltet, was am Ende das schwedische Architekturbüro Wingardh aus Göteborg gewann. Heute wird das Gebäude liebevoll “uraltes Schiff” genannt. Wie wir heute wissen, war das Projekt ein voller Erfolg, denn wir können inzwischen das Erlebniszentrum in vollen Zügen genießen.

2007 kam es dann endgültig zum Namen Müritzeum und es wurde auch gleich eine gGmbH gegründet. Das ganze Projekt wurde so groß erweitert, dass es das Ziel von vielen Schulklassen ist und wohl die größte Arbeit im Bezug auf Natur in Mecklenburg-Vorpommern ist.

Man ist sogar soweit, dass das Müritzeum online Geld verdient, da sie einen Online-Shop besitzen, der mit viel Auswahl bestückt ist. Doch sowohl wie Müritzeum, als auch der Shop ist bis zum 27.01.2017 geschlossen, weil Umbauten verrichtet werden.

Wenn Ihr natürlich noch mehr über die Geschichte erfahren wollt, dann ist unser Erlebniszentrum die beste Anlaufstelle, dort erfahrt ihr alles im kleinsten Detail. Und nicht vergessen nicht mehr Maltzaneum oder Müritz-Museum, sondern Müritzeum.

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Bienenhaus im Museumsgarten: Einblicke in Imkerei

Warum tragen alle Imker weiße Kittel? Wie alt wird eine Biene? Wie kommt der Honig ins Glas? All diese Fragen werden im neuen Bienenpavillon im Museumsgarten des Müritzeums beantwortet. Das kleine Häuschen ergänzt die schon vorhandene Schaubeute und das Insektenhotel. Thematisch passen auch die Themen Bienen und Imkerei sehr gut zum Gesamtkonzept des Müritzeums. Alles zur Natur der Mecklenburgischen Seenplatte wird hier gezeigt und die Bienen spielen auf verschiedene Weise eine bedeutende Rolle.

Bienenhaus im Museumsgarten: Einblicke in Imkerei

In einem beispielhaften (weil gemeinschaftlichen) Projekt haben sich der Imkerverein, das ÜAZ und das Müritzeum zusammengeschlossen. Die fachlichen Informationen kommen vom Imkerverein Waren (Müritz). Besonders Regina Geißler und Heinz Birkholz, die dankenswerter Weise das Müritzeum bei vielen weiteren Gelegenheiten unterstützen, haben Spannendes und Interessantes rund um das Thema Biene zusammengetragen. Das ÜAZ aus Waren (Müritz) konnte innerhalb eines EU-Projekts jungen Menschen aus Litauen die handwerklichen Geschicke zeigen und ihnen ermöglichen, gewerkeübergreifend Neues in Deutschland kennen zu lernen. Den jungen Männern aus Kaunas hatten sichtlich Spaß bei der Fertigstellung und waren mächtig stolz. Die Schwierigkeit bei solchen Förderprojekten ist meistens, daß sie etwas realitätsfern ist. Um so mehr freute sich ÜAZ Geschäftsführer Andreas Schröder, daß es beim Bienenhaus am Warener Herrensee so wunderbar funktioniert hat.

Insbesondere für die Umweltpädagogik und Umweltbildung, die sich das Müritzeum auf die Fahnen geschrieben hat, sind die Informationen rund um die Biene eine wertvolle Erweiterung des bisherigen Angebots. Ziel ist es, die Qualität und Vielfalt der Informationen im NaturErlebnisZentrum Müritzeum auf den Außenbereich zu übertragen. Die großen und kleinen Besucher können sich nunmehr auf das Müritzeum mit den Aquarien, das ehemalige Müritz – Museum mit der Naturhistorischen Landessammlung und den Naturerlebnispfad rund um den Herrensee freuen.

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Freude und Frust – Erfahrungen mit einem Fischotter

Der Europäische Fischotter (Lutra lutra) gehört zur Familie der Mader und ist bestens an das Wasserleben angepasst. Er zählt zu den besten Schwimmern unter den Landraubtieren, denn seine Zehen sind mit Schwimmhäuten verbunden.

Fischotter kommen in fast ganz Europa vor, stehen aber in den meisten Ländern unter Schutz. In Deutschland gehören sie zu den vom Aussterben bedrohten Tierarten. Die Bestände gingen in den letzten Jahrzehnten trotz Unterschutzstellung stark zurück. Dazu trugen maßgeblich die Verbauung von Gewässern und die damit verbundene Zerstörung von Lebensräumen, als auch der zunehmende Straßenverkehr bei, dem die wandernden Otter zum Opfer fielen. In Mecklenburg/Vorpommern nehmen die Bestände dank guter Schutzmaßnahmen seit 1990 wieder zu.

Freude und Frust - Erfahrungen mit einem Fischotter

Fischotter erreichen eine Körpergröße von 1,30 Meter (einschließlich Schwanz). Die Schulterhöhe beträgt etwa 25 bis 30 Zentimeter. Der Körper ist gestreckt und walzenförmig. Die Beine sind kurz, der Kopf ist rundlich und stumpfschnauzig. An der Schnauze befinden sich lange Tasthaare, die ein wichtiges Sinnesorgan im trüben Wasser darstellen. Das Fell ist hellbraun. Mit zunehmendem Alter färben sich die Kehle und der Vorderhals des Fischotters weiß. Ausgewachsene Tiere können ein Körpergewicht von 12 Kilogramm erreichen.

Das Müritzeum, als Natur- Bildungs- und Erlebniszentrum der Mecklenburger Seenplatte, beherbergt das größte Aquarium für heimische Süßwasserfische Deutschlands, als Bestandteil seiner Ausstellungen.

Eine Attraktion des Aquariums stellen zwei große Außenaquarien dar, welche in ein an das Gebäude angrenzenden, natürlichen See, gebaut sind. Durch eine große Acrylglasscheibe ist es den Besuchern der Einrichtung möglich sowohl in diese Aquarien, als auch darüber hinweg, auf den Herrensee, zu schauen.

Mit diesem Ausblick in und auf das Wasser erwecken die Aquarien den Eindruck, mit ihrem Fischbestand und der naturnahen Gestaltung, Bestandteil des natürlichen Gewässers zu sein.

Mittels hochmoderner Filteranlagen, welche sich im Gebäude befinden, wird neben der permanenten Wasserreinigung der Aquarien auch Einfluss auf die Temperatur, im Hochsommer und im Winter, genommen. Wärmetauscher, welche mit Brunnenwasser durchströmt werden, geben die Temperatur von etwa 6 – 8°C an das Aquarienwasser ab. Daher frieren die Außenaquarien im Winter, auch bei extremer Kälte, nicht zu.

Auf Grund der lang anhaltenden Kälte, zu Beginn dieses Jahres, waren sämtliche natürliche Gewässer der Müritzregion, selbst Fließgewässer, weitgehend zugefroren. Unmittelbar an den Außenteichen speist ein Bachlauf den Herrensee mit Wasser. Hier blieb im Winter der einfließende Bereich, durch die relativ hohe Fließgeschwindigkeit, zusätzlich zu den angrenzenden Außenaquarien, eisfrei.

Das lockte zunächst eine Vielzahl Entenvögel an, mit zunehmender Dauer der Kälteperiode jedoch auch entsprechende Räuber. So wurden neben Fuchs und Katze eines Tages auch Spuren von Fischottern im frischen Schnee entdeckt. Es waren zwei Tiere, welche nebeneinander liefen. An Hand der Spuren war zu erkennen, dass die Tiere an einigen Stellen im Schnee regelrecht herumtollten. Kurzzeitig konnte ein ausgewachsenes Tier, aus einiger Entfernung, auf dem Herrensee beobachtet werden.

Die Freude bei den Gästen und Mitarbeitern der Einrichtung war groß, ist es doch eine Seltenheit einen Fischotter am Tage, und dann noch mitten in einer Ortschaft, zu beobachten.

Nur bei den Mitarbeitern des Aquariums hielt sich die Freude über das Erscheinen dieser possierlichen Tiere in Grenzen, hatten diese doch schon vor zwei Jahren, nur etwa 3 Monate nach der Eröffnung des Müritzeums, ihre eigenen Erfahrungen mit Fischottern gemacht.

Über Nacht waren nämlich mehrere junge Fischotter in die außen liegenden und völlig ungeschützten Aquarien eingedrungen und hatten ein wahres Schlachtfest in dem neuen Fischbestand angerichtet.

Um solch einen unliebsamen Zwischenfall zukünftig zu vermeiden, wurde um die Außenaquarien ein Elektrozaun, so wie er für Weidevieh verwandt wird, gespannt. In einem Abstand von etwa 10 Zentimetern wurden mehrere Strom führenden Drähte bis auf etwa 80 Zentimeter Höhe übereinander angebracht. Sicherheitshalber wurde der Elektrozaun ganzjährig betrieben.

Da im darauf folgenden Winter, der allerdings recht milde war, keinerlei Ottereinfälle auftraten, war man sicher, die Lösung für dieses Problem gefunden zu haben.

Doch Skepsis statt Freude über das Erscheinen von ausgewachsenen Fischottern an den Außenaquarien, in diesem Winter, war dann doch angebracht.

Trotz funktionsfähigem Elektrozaun drang erneut ein Tier mehrere Nächte hintereinander in die Becken ein und entwendete jeweils einen ausgewachsenen Bleie (von immerhin 2-3 Kilogramm Gewicht) und mehrere Schleie. Außerdem wurden einige in den Aquarien verbliebene Fische geschädigt. Flossenteile wurden heraus gebissen und Wunden mit den Krallen zugefügt. Sogar vor einem etwa 1,20 Meter langen Stör machte der Otter keinen Halt! Diesen packte er am Schwanz und versuchte ihn offensichtlich so aus dem Wasser zu ziehen. Nur die Größe des Tieres bewahrte es davor, zur Beute zu werden, von den Schäden an Schwanzflosse und Körper ist es aber langfristig gezeichnet.

Diese Vorgehensweise des Fischotters deutete zweifellos darauf hin, dass auf Grund des harten Winters, und der damit verbundenen Nahrungsknappheit ein enormer Fressdruck bestand. In den natürlichen Gewässern fanden die Otter auf Grund der langen und nahezu vollständigen Eisbedeckung kaum noch Nahrung. Das scheue und besonders vorsichtige Verhalten, was für Fischotter sonst üblich ist, war dem Überlebenskampf gewichen. Ohne Nahrung drohte dem Tier der Tod und so war offensichtlich jedes Mittel recht, um an Beute zu gelangen. Ein Teichhuhn und eine junge Möwe, welche sich wohl zu unvorsichtig am eisfreien Zulauf des Herrensees tummelten, wurden ebenfalls Opfer des Fischotters. Das Blut, sowie Reste des Gefieders waren auf dem weißen Schnee unübersehbar.

Um den größten Teil der Fische in den Aquarien zu retten, die Schauaquarien in ihrer Funktion aber zu belassen, wurde ein zusätzlicher Maschendrahtzaun gespannt. Auch ein Futterplatz, außerhalb der Außenaquarien, war für den Otter eingerichtet worden. Jeden Abend wurde ein größerer Fisch, welcher bereits vor längerer Zeit verendet aber durch das Einfrieren noch frisch war, aufgetaut und an den Futterplatz verbracht.

Der Fischotter nahm sich in den darauf folgenden Nächten diesen Fisch, aber das Eindringen und Räubern in den Aquarien hielt weiterhin an. Noch mehrere Male war es dem Otter gelungen, durch kleinste Lücken des Maschendrahtzaunes zu schlüpfen. Um mit seiner Beute dort durch zu gelangen, suchte er sich kleinere und vor allem schmalere Beutefische aus. Sogar Steine wurden beim unterkriechen des Zaunes bei Seite geschoben.

Vor Beginn des neuen Winters wird ein neuer, stabilerer Zaun um die Außenaquarien gebaut, in der Hoffnung, den an dieser Stelle doch unliebsamen Besuch sicher abzuhalten. Auf den elektrischen Strom kann dann verzichtet werden, denn wie das Erlebnis zeigte, ist dieser zur Otterabwehr im Extremfalle ohnehin nutzlos. So blieb festzustellen, dass ein Eingriff in die Kreisläufe der Natur doch nur bedingt möglich ist, und die Natur, ungeachtet jeglicher Interessen, immer wieder Einfluss nimmt.

Einerseits stand der Frust, lange und mühsam eingewöhnte Fische verloren zu haben, und somit für einige Zeit in den Außenaquarien auch eine geringere Schauqualität zu bieten, andererseits hatten man dazu beigetragen (wenn auch nicht ganz freiwillig) mindestens einen Fischotter über den ungewöhnlich harten Winter zu bringen. Diese Freude linderte den Frust auf jeden Fall.

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